Im fünften und letzten Teil widmen wir uns der geopolitischen Endvision Pekings. Der 15. Fünfjahresplan steht stark im Zeichen der nationalen Sicherheit und der militärischen Aufrüstung.

Umfassende Nationale Sicherheit: Die Angst vor dem Embargo

Das Konzept der „Umfassenden Nationalen Sicherheit" zielt auf die Unabhängigkeit bei Nahrungsmitteln, Energie und Lieferketten ab. Konkrete Verwundbarkeiten:

  • Nahrungsmittel: Bei Grundnahrungsmitteln (Reis, Weizen) > 90 % Selbstversorgung, aber 85 % Importabhängigkeit bei Futtermitteln (Soja: ~105 Mio. Tonnen Import 2024).
  • Das Malakka-Dilemma: Ca. 80 % der chinesischen Rohölimporte passieren die Straße von Malakka – ein potenzieller strategischer Engpass.
  • Legal Great Wall: Ein verschärftes Anti-Spionage-Gesetz erhöht die Risiken für ausländische Unternehmen erheblich.

Das Militär und Taiwan: Die Wahrheit über 2027

Das Jahr 2027 – das 100-jährige Bestehen der Volksbefreiungsarmee (PLA) – wird im Plan als Meilenstein für die Modernisierung des Militärs genannt. Westliche Analysten sehen darin keinen automatischen Angriffstermin, sondern ein Datum für erhöhte operative Fähigkeiten.

Die Vision 2035: Auf dem Weg zum „modernen sozialistischen Land"

Der 15. Fünfjahresplan ist nur eine Etappe auf dem Weg zur Vision 2035: die erste Phase des Aufbaus eines „modernen sozialistischen Landes" abzuschließen. Das bedeutet: wirtschaftliche Modernisierung, technologische Unabhängigkeit, militärische Stärke und soziale Stabilität – alles unter der Führung der Kommunistischen Partei.

Für den Mittelstand in Deutschland und Europa bedeutet das: China wird kein einfacherer Partner. Aber es bleibt ein unvermeidbarer. Wer die Logik des Plans versteht, kann besser einschätzen, wo Zusammenarbeit möglich ist – und wo die Risiken liegen.