Wenn man die relevanten Abschnitte des Plans analysiert, zeigt sich ein Land im Spagat. Einerseits will sich China durch einen starken Binnenmarkt gegen globale Krisen abschirmen, andererseits drängt es mit hochtechnologischen Exporten aggressiv auf die Weltmärkte.
„Dual Circulation": Der steinige Weg zur Konsumgesellschaft
Das zentrale wirtschaftliche Leitmotiv Pekings ist das Prinzip der „Zwei Kreisläufe". Dieses Modell definiert die Binnenzirkulation als Rückgrat der Wirtschaft, während die Außenzirkulation nur noch ergänzend wirken soll. Offizielle Daten signalisieren Fortschritte: Die Endkonsumausgaben trugen im Jahr 2023 für 82,5 % des gesamten Wachstums bei.
Dennoch bleibt das Land von einem echten konsumgetriebenen Modell weit entfernt. Zwei massive strukturelle Hürden bremsen den Binnenkonsum:
- Die Immobilienkrise: Immobilien machen über 70 % des Vermögens chinesischer Haushalte aus. Der anhaltende Preisverfall drückt das Konsumvertrauen erheblich.
- Hohe Jugendarbeitslosigkeit: Die Arbeitslosigkeit der 16- bis 24-Jährigen lag im August 2025 bei fast 19 %.
Die Exportoffensive und der globale Zollstreit
Weil die heimische Nachfrage schwächelt, sucht die chinesische Industrie ihr Heil im Ausland. Der Export von stark subventionierten Hochtechnologien – insbesondere bei Elektroautos und Solarmodulen – führt zu gewaltigen Überkapazitäten, die auf den Weltmarkt drängen. Die EU hat darauf mit Strafzöllen reagiert.
Die Neue Seidenstraße im Wandel
Die Belt and Road Initiative (BRI) wird im 15. Fünfjahresplan neu justiert. Anstatt auf Quantität (viele große Infrastrukturprojekte) setzt Peking nun auf Qualität: kleinere, nachhaltigere Projekte mit stärkerem Fokus auf digitale Infrastruktur, Gesundheit und grüne Energie.