China steht im Zentrum der globalen Energiewende. Kein Land baut erneuerbare Energien schneller aus, doch gleichzeitig genehmigt kein Land so viele neue Kohlekraftwerke.
Das ökologische Paradigma: Der Weg zum „Schönen China"
Unter dem Leitbild des „Schönen Chinas" formuliert der Plan ehrgeizige Klimaziele:
- Peak Carbon vor 2030 und Klimaneutralität bis 2060
- Senkung der Energieintensität um ca. 10 %
- Anteil nicht-fossiler Energien am Gesamtverbrauch: 25 % bis 2030
- Senkung der Feinstaubbelastung (PM2.5) auf unter 27 μg/m³
- Massiver Ausbau des Recyclingsystems (Kreislaufwirtschaft)
Das Kohle-Paradoxon: Brückentechnologie für die Versorgungssicherheit
Trotz der grünen Ambitionen baut China massiv neue Kohlekraftwerke. Seit Anfang 2022 wurden schätzungsweise 218 GW neuer Kohlekraftwerke erlaubt. Die Begründung: Nach schweren Stromengpässen 2021 gilt Kohle als unverzichtbares „Rückgrat" der Versorgungssicherheit und als flexible Reserve für Wind- und Solarschwankungen.
Smart Grids und KI: Die Digitalisierung des Stromnetzes
Um riesige Mengen an grünem Strom zu integrieren, setzt der Plan auf den Aufbau intelligenter Stromnetze (Smart Grids), KI-gestützte Lastprognosen und digitale Steuerung der Energieverteilung. China positioniert sich damit als führende Industrienation bei der Verbindung von Energiewende und Digitalisierung.